Interview mit Galerie Artefactum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo Lena, ein Frage vorab: Seit wann beschäftigen Sie sich mit Kunst und Fotografie?

  

Kunst beschäftigt mich seit ich denken kann... ich begann erst mit einer künstlerischen Ausbildung, entschied mich aber später für das Studium des Kommunikationsdesign. Nach meiner fast zwei Jahrzehnte dauernden Tätigkeit in der Werbebranche, fand ich zu meinen Wurzeln zurück und widme mich heute verstärkt der Kunst, speziell der Fotokunst.

 

Fotografie war für mich, als Autodidaktin, schon immer eine Spielwiese, ein beliebtes Experimentierfeld. Im Jugendalter in der schwarz-weiß Fotografie mit einer Smena (die heute Lomo heißt) - das war die Zeit des Bildentwickelns und der Experimente in der Dunkelkammer -  wenig später kam die erste Spiegelreflex. Erst mit der digitalen Fotografie kam die Leidenschaft für Fotografie dann richtig zum Tragen.

 

Ihre Bilder sind von einem entschleunigten, sinnlich-ästhetischen Blick geprägt. Ist die Entdeckung der Langsamkeit ein wichtiges Thema? Was bewegt, motiviert und inspiriert Sie?

 

Ja, tatsächlich ist Langsamkeit, Stille, Entschleunigung ein Thema für mich. Meine "langsamen" Bilder entstehen meist in der Natur, die eine unendlcihe Inspirationsquelle ist. In Ruhe die Natur zu bertachten, Details zu entdecken und mit meiner Kamera zu experimentieren ist eine Art Meditation für mich. Mich inspiriert das Leben um mich herum, das Licht, die Gezeiten, aber auch Schönheit aus dem direkten Alltag, die ich auf meinen Wegen entdecke.

 

Was sind Ihre bevorzugten Themen und was möchten Sie mit Ihren Bildern bewirken? Wo finden Sie Ihre Motive?

  

Meine Themen sind Stille, Einsamlkeit, auch die Elemente. Motive finde ich in einsamen Landschaften. Beim Fortografieren geht es mir in erster Linie nicht darum, den Moment, die Lichtstimmung einzufangen: Ich möchte die Seele des Objektes, seine einzigartige Schönheit, seine Poesie, seine mystische Stimmung, entdecken und zeigen.

  

Mich fasziniert insbesondere das Element Wasser. Es hat verschiedene Erscheinungsformen und doch fließt es dahin, ohne Form anzunehmen; es verändert sich in jedem Moment und zeichnet Muster mit Licht, Farbe und Bewegung. Das Fließende finde ich in in der Natur, am Meer, in See- Landschaften, aber auch in der Architektur und in anderen Dingen, die mich umgeben.

Ein anderes Feld, das ich gerne experimentell angehe, ist die Abstrakte Fotografie. Sie ist eine Art Kommunikation mit dem Betrachter. Die Abstraktion wirkt auf verschiedene Menschen ganz unterschiedlich, weil jeder Mensch in den Kompositionen etwas anderes sieht und wahrnimmt. Durch die Wandlung der Form möchte ich den Betrachter dazu einladen, einzutauchen und seine eigene Interpretation zu „erfühlen“.

 

Welchen Stellenwert hat die Ästhetik in Ihren Arbeiten?

 

Mich spricht klassische, natürliche Schönheit besonders an, alles Schlichte und Vollendete vor allem in der Natur, in der Kunst minimalistische Kompositionen. Das spiegelt sich vielleicht auch in meiner Art, die Form zu behandeln und zu abstrahieren, wieder. 

 

Was fasziniert Sie an der Fotografie, warum nicht (auch) Malerei?

 

Fotografie ist ja „Malen mit Licht“. Lichtmalereien sind mein Ausdrucksmittel, um Momente und Erscheinungs- formen der Materie festzuhalten, die entweder flüchtig oder unsichtbar für das menschliche Auge sind. Fotografie bietet sehr viele Möglichkeiten, die meiner Lust am Experimentieren entsprechen. Die Malerei als Ausdrucksform bietet sicher noch andere Wege, etwas aus der Tiefe der Seele hervorzuholen... (lacht) .. Der Wunsch, sich in der Sprache der Malerei auszudrücken ist da, und ist sicher etwas, was ich eines Tages auch tun werde...

 

Interview mit artefactum, März 2013